Nun ja. Der Kardinal Schönborn hat auch einen ander Klatsche und klingt in diesen Zitaten sehr nach Anhänger des "Intelligent Design". öbrigens spricht er sich diametral zur päpstlichen Meinung aus, welche die Evolution inzwischen genauso anerkennt wie die Urknalltheorie.
Ich zitiere Papst J.P II aus seiner Enzyklika (zu lesen im Aufruf aus den Bibliotheken der Seite
www.vatican.va):
"Die in der Bibel festgehaltene Schöpfungsgeschichte ist methaphorisch zu sehen..."
@chamaeleon: Was ist denn an der zufallsgesteuerten Evolutionstheorie auszusetzen? Das ist kein Determinismus. Eher im Gegenteil.
Und die Wissenschaft hat auch nicht vor zu beweisen, das es Gott nicht gibt. Nur das er einen Plan hatte.
Und hier kommen wir sehr schön im Bogen zurück zu Gott und seiner Schöpfung.
Es gibt einen Grund, warum auch ein erzkonservativer Papst wie J.P damals gesagt hat (und in jüngsten Tagen auch von Big Bene bestätigt wurde) das die Bibel nur metaphorisch zu verstehen sei:
Gott ist per definition in jedem Glauben ein omnipotentes, allwissendes Wesen. Kann alles, sieht alles, weiss alles, etc.
Ok. Unter dieser Vorraussetzung - was klingt wohl "logischer" und "aktzeptabler":
Wie ein blutiger Anfänger einen Planeten schaffen, dort aus Lehm einen Menschen und alle Lebewesen formen in 7 "Gottestagen" und ihm direkt selbst zu sagen was zu tun sei. Und auch noch die Frau vergessen und erst nachträglich einfügen....
Oder nach "Meisterart": Einen Plan machen nachdem alles Abläuft (Naturgesetze), alles in einen Topf schmeissen und gleich ein ganzes Universum erschaffen in dem sich alles von alleine regelt, um das man sich nicht mehr kümmern muss und in dem die Anfangsbedingungen wie geschaffen dafür sind, Leben wie wir es kennen hervorzubringen.
Der letzte Absatz schliesst Gott nicht aus. Es erhöht ihn sogar. Ist es nicht enorm egozentrisch (ich-bezogen) zu denken, Gott habe nur UNS geschaffen und alles aussen rum ist reines Beiwerk?
Es mag jetzt blasphemisch klingen, aber wenn ich Gott wäre, würd ich mich auch nicht mit weniger zufrieden geben als einem ganzen Universum.
öbrigens: Wenn Wissenschaftler so gegen die Kirche wären, wieso ist das Cern und Desy dem Heilligen Damian und dem heilligen Cosmas (Schutzheillige der Physiker) geweiht? Bzw. das PTA in Braunschweig (findet sich im Eingang auf der Infoplatte, war da mal mit der Berufsschule) dem Hl. Michael (Schutzheilliger der Eich- und Messbeamten).
Ja sogar die NASA (und auch die ESA) haben angestellte Seelsorger. Und auch wenns nicht so allgemein bekannt ist, keine Rakete geht ohne Segen raus. Der Hl.
Joseph von
Copertino ist der offizielle Schutzpatron der Weltraumfahrer.
Und das ist nicht nur bei uns so. Japaner machen erstmal grundsätzlich nichts ohne das ein paar Shintoprister ihren Senf dazugegeben haben, gleiches gilt für die Inder und moslemische Wissenschaftler in den Arabischen Ländern beten genauso wie alle anderen auch 5x am Tag gen Mekka.
Ein Nachwort noch an diejenigen, die rumnölen: "Aber Gott schuf uns nach seinem Abbilde".
Darauf sag ich mal: Jup. Und zwar egal wie wir aussehen. Wenn es einen Gott gibt (da kommt wieder der Agnostiker in mir raus), und es hat das Universum mit den vorhandenen Naturgesetzen und -Konstanten erschaffen.... dann ist alles nach seinem "Abbilde". Weils nach seinem Plan entstanden ist, egal wie das Endergebnis aussieht.